Allen agilen Prozessen ist gemeinsam, dass sie sich zahlreicher Methoden bedienen, um die Aufwandskurve möglichst flach zu halten.

Die IT SW-Entwicklung für das ERP bei Walbusch hatte sich im Zuge zur Wandlung zur agilen Softwareentwicklung vor Jahren für den agilen SCRUM Prozess mit der Jira-Webanwendung des Softwareanbieters Atlassian entschieden und ist im Oktober 2019 auf KANBAN umgestiegen.

Eine steigende Anzahl hoch priorisierter Themen aus dem Tagesgeschäft, bedingt durch geänderte/ neue Konsumgewohnheiten, schnelle Veränderungen im Unternehmen und daraus resultierende verkürzte Produktzyklen und Time-to-Market-Dauer, mussten erfolgreich gemanagt werden. Dafür mussten zugesagte Tickets liegenbleiben, die dann in die folgenden Sprints übergelaufen sind. Das eigentliche Ziel der Sprintplanung, den 9 Fachbereichen eine Verbindlichkeit/Planungssicherheit zu geben, wurde zunehmend nicht mehr mit dem festgezurrten Sprintaufbau des SCRUM Prozesses erreicht.

Es gibt zukünftig für die ERP-Entwicklung nur noch den durchlaufenden KANBAN Prozess ohne Sprints, mit einem laufenden Ticketvorrat für die IT SW-Entwicklung, aus dem sie sich je nach Ressourcenverfügbarkeit und Arbeitsaufwand bedient.

Jedes der 9 Fachbereichsboards (E-Commerce, Einkauf, FIBU, Filialen, IT, Kundenservice, Logistik, Marketing, Werbung) wurde auf die neue Steuerung umgestellt. Der Product Owner des jeweiligen Fachbereiches legt eine Aufgabe, einen Fehler oder eine User Story als Jira Ticket in seinem Backlog an und priorisiert wöchentlich seine Tickets im Backlog.

Im wöchentlichen Rhythmus setzt sich das KANBAN Planungsteam zusammen, nimmt sich die Tickets mit den höchsten Priorisierungen, prüft die Ticketbeschreibung auf Umsetzbarkeit bzw. Vollständigkeit und schiebt das abgenommene Ticket in den Ticketvorrat mit Namen <Startbereit> für die IT SW-Entwicklung – siehe Fachbereichsboard Einkauf.

Fachbereichsboard Einkauf

Bei Nicht-Abnahme wird ein Kommentar im Ticket verfasst und an den Fachbereichs-Autor zurückgegeben. Das Ticket wird nicht weiter verfolgt und es wird sich das Nächste genommen.

Das Planungsteam berücksichtigt möglichst die ersten 5 Tickets des jeweiligen Board-Backlogs für den wöchentlichen Roll-Out Zyklus, ohne aber dabei die Auslieferung eines ausführbaren Produktes aus den Augen zu verlieren.

Sobald die Tickets der einzelnen 9 Fachbereiche von dem Planungsteam ausgewählt und verschoben wurden, sind sie für das IT SW-Entwicklungsteam in der Spalte <DOR: Startbereit> sichtbar.

Solange der Entwickler das <DOR: Startbereit> Ticket noch nicht in Arbeit genommen hat, kann die Priorisierung an die Fachbereichsbedürfnisse noch angepasst werden. Dazu informiert der Fachbereich das Planungsteam, dass das Ticket für den nächsten Roll-Out Zyklus berücksichtigt.

Jeder einzelne Entwicklungsschritt in der IT SW-Entwicklung kann in dem KANBAN Board nachverfolgt werden.

KANBAN Planungsboard IT, linke Hälfte
KANBAN Planungsboard IT, rechte Hälfte

Da KANBAN nach dem PULL-Prinzip arbeitet, holt sich jeder, an dem Entwicklungsprozess Beteiligte, seine Tickets selbstständig zur weiteren Bearbeitung oder Abnahme ab.

Für jeden der 9 Fachbereiche wurde ein Jira Dashboard mit farblich zusammenhängenden Status erstellt, in der Abbildung zum Beispiel das Dashboard für den Bereich Logistik.

Dashboard Logistik

Der Product Owner kann so den Status seiner bearbeiteten Tickets nachverfolgen.

Zu jedem Dashboard gibt es für den Fachbereich eine Erläuterung mit der durchzuführenden Tätigkeit des in der Farbe befindlichen Jira Tickets.

Dashboard Legende

Der zuständige Ticket-Bearbeiter ruft das Jira Ticket mit dem Link auf, bearbeitet sein Ticket und verschiebt es für die nächste Bearbeitung in den neuen Status.

Am Ende der Arbeitsfolge, wenn das Ticket vom Fachbereich freigegeben wurde und die IT SW-Entwicklung die Programmänderung auf Produktion deployt hat, wurde die Aufgabe, der Fehler oder die User Story fertig umgesetzt.

Uwe Speckels

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